Westafrika – eine unvergessliche Begegnung

Ich hatte meine ersten Erfahrungen mit Afrika während meinem dreimonatigen Sabbatical in Westafrika. Senegal, Ghana, Mali und Burkina Faso waren der Schwerpunkt dieser Reise. Meine Leidenschaft für das traditionelle Tanzen und Trommeln brachten mich mehrmals nach Westafrika zurück. Heute möchte ich Ihnen gerne mehr über meine schönsten Orte in Westafrika erzählen…


Mali – Die Klippen von Bandiagara und das Land der Dogon

Die Maskentänzer von Dogon Country in Mali, West Africa

Jegliche westliche Zivilisation erscheint tausend Lichtjahre entfernt… doch die Natur ist ganz nahe! Das Land der Dogon ist einfach faszinierend; gekennzeichnet durch die ‘Felsen von Bandiagara’ einer Sandstein-Steilstufe, wo sich kleine Dörfer an den Fuß des Felsen schmiegen, manche kleben fast im Felsen! Kleine Flüsse fließen durch eine grüne und felsige Landschaft, gespickt mit Farmern, ziegen-hütenden Kindern und Frauen in bunten Gewändern, welche Wassereimer auf den Kopf nach Hause balancieren. Es ist eine mit Abstand der faszinierendsten Gegenden in Afrika durch die ich gereist bin. Ein zeitloser Ort mit alten Traditionen und kulturellen Festlichkeiten. Die bekannteste sicherlich der maskierte Stelzentanz, welchen ich in Tirelli bestaunen durfte. Sobald Sie den Rhythmus der Trommeln hören, erscheinen die Tänzer mit wunderschönen geschnitzten Holzmasken und außergewöhnlichen bunten Kleidern, einige laufen auf über 3m hohen Stelzen ein. Mein Herz überschlug sich mit Freude als ich diesem hochbegabten pulsierenden Tanz zusah; mir blieb nur vom Zuschauen die Luft weg…

Tipp: Kaufen Sie eine handgeschnitzte Steinschleuder von den Jungs am Straßenrand – ein super Souvenir!

TIrelli in Mali, West Africa

Mali – Timbuktu

Timbuktu in Mali, West Africa

Wer hat noch nicht von Timbuktu gehört? Ein Ort von Legenden und Mythen – einige denken sicherlich immer noch, dass es eine erfundene Stadt am Ende der Welt ist. Nun – es gibt sie wirklich, diese Stadt und wenn man bedenkt, dass sie am Rande der mächtigen Sahara liegt, so erscheint das Ende der Welt nicht unbedingt utopisch. Timbuktu – die Heimat der Tuareg Nomaden, legendär für Kamelkarawanen und einst ein erfolgreiches wissenschaftliches Zentrum, welches maßgeblich zur Verbreitung der islamischen Lehren in Afrika beigetragen hat. Timbuktu hat drei prächtige Moscheen und eine der weltgrößten Kollektion an altertümlichen Manuskripten. Bei einem Spaziergang durch die Stadt, können Sie den Glanz alter Zeiten noch gut erkennen – handgefertigte Holztüren, welche wunderschön verziert sind, faszinierende Moscheen hergestellt aus Lehm und Holz, welche seit dem 14. und 15. Jahrhundert überlebt haben. Aber auch ein Platz voller Staub, Dürre und 50 Grad Celsius im Schatten (!!!) – was hätte ich für ein eiskaltes Getränk oder eine gekühlte Wassermelone gegeben… Da ich diesen zauberhaften Ort persönlich kennenlernen durfte, fällt es mir um so schwerer zu verstehen, wie diese malerische Stadt während der Besatzung durch die islamistischen Extremisten im Jahre 2012 so zerstört wurde.

Tipp: Wenn es auf Ihrem Zimmer zu heiß wird, dann schnappen Sie Ihre Matratze und schlafen Sie auf der Dachterrasse – ein toller Nachthimmel wartet auf Sie und so etwas wie eine kleine kühle Brise…

Timbuktu in Mali, West Africa

Mali – Die alte Stadt Djenné

Der Montagsmarkt in Djenne, Mali Westafrika

Djenné ist berühmt für die größte Lehmbaustruktur in der Welt – die jahrhundertealte ‘Große Moschee’, welche ein Netzwerk von gewölbten Korridoren und Betsälen beherbergt. Als ich davor stand, war ich erst einmal sprachlos und total begeistert von dieser Schlichtheit und den wunderschönen glatten sonnen-getrockneten Wänden. Es hat mich unwahrscheinlich imponiert, wie eine Struktur aus Lehm, welche einmal im Jahr wieder nur mit mehr Lehm ausgebessert wird, über Jahrhunderte überleben kann. Als Frau konnte ich natürlich auch nicht widerstehen, durch den lebhaften und farbenfrohen Montags-Markt direkt vor der Moschee zu schlendern. Hier bekommen Sie alles – von Stoffen und Kürbisflaschen, Gewürzen, Nudeln bis zu lokalen Spezialitäten und Nutztieren. Wenn man so durch die Stände schlendert, dann fängt man zum Träumen an und stellt sich vor wie es wohl damals war, als die Kamelkarawanen aus der Sahara Salz und andere Schätze zu den Tausenden Händlern und Kunden, die von überall her kamen, brachten. Auf einmal erscheinen die Märchen aus 1.001 Nacht nicht mehr so weit hergeholt…

Tipp: Lehnen Sie sich zurück, beobachten Sie das Treiben und lauschen Sie den Geräuschen – die angeblichen Probleme Ihres Alltags werden sich in Luft auflösen…

Senegal – Die Insel Gorée

Goree Island in Senegal, Westafrika

Sie erreichen die Insel Gorée ganz einfach mit einer Fähre, da sie lediglich 3km gegenüber von Dakar an der Küste Senegals in Westafrika liegt. Ich kann Ihnen einen Ausflug wirklich empfehlen, insbesondere wenn Sie eine Verschnaufpause vom hektischen Trubel in Dakar brauchen, oder wenn Sie mehr über den Sklavenhandel erfahren möchten. Das berühmteste Gebäude ist das ‘Sklavenhaus’ (La Maison des Esclaves) mit der berüchtigten ‘Pforte ohne Wiederkehr’ – im wahrsten Sinne des Wortes ein Loch in der Wand, welches auf den Ozean führt. Man fühlt sich sehr emotional wenn man an diesem düsteren Ort steht, der die Greueltaten des Sklavenhandels symbolisiert. Obwohl die Insel das größte Zentrum des Sklavenhandels zwischen dem 15. Und 19. Jahrhundert an der afrikanischen Küste war und trotz seiner schrecklichen Vergangenheit, habe ich die Insel Gorée als einen romantischen Ort kennengelernt. Schlendern Sie durch enge Gassen, die mit blühenden Bougainvillea gesäumt sind, bestaunen Sie alte bunte Kolonialgebäude und stöbern Sie durch kleine Kunstläden, welche Gemälde und Skulpturen lokaler Künstler verkaufen.

Tipp: Verpassen Sie nicht den traumhaften Ausblick vom Castel.

Ghana – St. George Castle and Cape Coast Castle

Cape Coast Castle in Ghana, Westafrika

Alltagsleben in Ghana, WestafrikaEs ist mir unvorstellbar wie menschliche Lebewesen andere Menschen wie einen Gebrauchsgegenstand behandeln können – ihn wie eine Ware, wie Gold oder Elfenbein zu handeln. Dass es tatsächlich passiert ist, wird einem bei einem Besuch des St. George Castle in Elmina oder des Cape Coast Castle in Ghana vor Auge geführt. Beide Orte wurden von den Portugiesen als Außenhandelsplatz zwischen 1482 und 1786 erbaut und sind stumme Zeugen des Sklavenhandels, welcher im frühen 18. Jahrhundert endlich verboten wurde. Eine Wanderung durch die kläglich beleuchteten und kaum belüfteten Kerker machte mich sehr traurig. Es ist unvorstellbar, wie Hunderte von Sklaven – männlich und weiblich – auf engstem Raum, ohne jegliche Sanitäranlagen und ohne Wasser gefangen gehalten wurden, bis zum Tag an dem Sie verschifft wurden. Und über den Kerkern, geräumige und luftige Zimmer mit Blick auf den blauen Ozean für die Offiziere und ihre Familien. Die Tour hat mich sehr bewegt – zum einen hat sie die grausamen Schicksale auferleben lassen, zum anderen lernt man mehr über die Geschichte der Sklavenschlösser und man kann nur hoffen, dass die Menschheit aus der Vergangenheit lernt…

Tipp: Machen Sie eine Mittagspause im Hafen von Elmina – die beste Möglichkeit den lebhaften Straßenalltag aus erster Reihe zu beobachten…

Elmina Castle in Ghana, Westafrika

Wussten Sie, dass es sich bei all diesen Plätzen in Westafrika um UNESCO Weltkulturerben handelt? Wenn Sie noch mehr über die Weltkulturerben in Afrika erfahren möchten, dann lesen Sie doch meinen Blog über die 5 schönsten Weltkulturerben in Ostafrika.

Waren Sie schon einmal in Westafrika? Was hat Ihnen am Besten gefallen?

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